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:: von Saleh Amiralai
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Arbeitsglück – Was fühlen Ihre Mitarbeiter?

Es ist in aller Munde und für viele mittlerweile keine Überraschung mehr: Zufriedene Mitarbeiter sind produktive Mitarbeiter. Da werden Gutscheine ausgeteilt, Obstschalen bereit gestellt und alle zur wöchentlichen Yoga-Stunde verpflichtet. „Sind sie nun endlich zufrieden?“, fragt sich die Führungsebene und ja, vielleicht empfindet sich der ein oder andere Mitarbeiter nun als zufriedener.

Worum es mir als Chief Happiness Officer aber eigentlich geht, ist etwas, dass sich von Mitarbeiterzufriedenheit unterscheidet. Mir geht es um Arbeitsglück.

Mein Name ist Saleh Amiralai. Ich war lange Zeit als Manager in einem internationalen Medizin-Technik-Unternehmen beschäftigt und für über 300 Mitarbeiter verantwortlich. Aus heutiger Sicht, war ich damals ein großer Freund von „Mikromanagement“.

Natürlich hatte ich mich mit dem Thema „Mitarbeiterzufriedenheit steigern“ befasst aber die Umsetzung fiel mir nicht unbedingt leicht. Ich wollte immer genau wissen wo jedes Projekt stand, wer an was arbeitete und wie schnell Aufgaben erledigt wurden. Nun ja, aus Fehlern lernt man bekanntlich.

Ich war selbst mit meinem Job nicht zufrieden und suchte nach Anregungen. Im Zuge dessen stieß ich auf Alexander Kjerulf, einem der führenden Experten zum Thema „Arbeitsglück“. Der Däne sagt, dass sich Zufriedenheit stark von Glück unterscheidet. Diese beiden Dinge sind nicht die selben.

Demzufolge sind Mitarbeiter nicht unbedingt glücklich, wenn sie zufrieden sind. Die Skandinavier haben es raus – Arbeitsglück gehört dort in viele Firmen, wohingegen das Wort in anderen Ländern gar nicht erst existiert.

Prinzipiell ist das Konzept von „Arbeitsglück“ nicht schwer zu verstehen. Sie haben es, wenn Sie ihren Job gern machen, wenn Sie das Gefühl haben etwas beizutragen, wenn das, was Sie tun, für Sie einen Sinn macht, wenn Sie Ihre Mitarbeiter mögen und wenn Sie morgens gern auf Arbeit gehen. Es geht nicht darum, was Sie über Ihren Job denken (das wäre dann Mitarbeiterzufriedenheit), es geht darum, was Sie fühlen.

Warum ist Arbeitsglück so wichtig?

Studien haben untersucht, was Menschen eigentlich glücklich macht.
Wichtigster Faktor: Eine gute, romantische Beziehung.
Nummer Zwei: Freunde, also die wirklich guten und nicht nur die, die wir auf Facebook haben.

Nummer Drei: Ein erfülltes Arbeitsleben, egal was das für den Einzelnen bedeutet.

Wir spenden einen großen Teil unserer Lebenszeit auf Arbeit – ein Drittel, um genau zu sein. Sind wir auf Arbeit glücklich, wirkt sich das auch auf den Rest, also auch auf unser Privatleben aus.

Viele denken, dass sich ihr Glück mit dem Erfolg einstellt. Ich sehe die ganze Sache genau anders herum. Ist man glücklich mit dem, was man macht, ist man auch erfolgreicher. Arbeitsglück steigert die Produktivität, die Kreativität, die Widerstandfähigkeit und die Motivation.

Außerdem...

  • Weniger Krankschreibungen und Fehlzeiten
    Stress kann zu Gesundheitseinschränkungen führen und diese wirken sich natürlich negativ auf die Produktivität aus. Glückliche und motivierte Mitarbeiter sind nachgewiesener Weise seltener krank und fühlen sich dem Unternehmen mehr verpflichtet. Sie machen seltener „blau“.
  • Geringere Fluktuationsrate
    Keine Frage – Kündigungen kosten einem Unternehmen. Ein neuer Mitarbeiter muss gefunden und eingearbeitet werden. Unmotivierte Angestellte ziehen hierbei unter Umständen sogar noch andere Kollegen mit, in dem sie ihrem Unmut Luft machen und so die schlechte Laune verbreiten.
  • Geringere Zahl an Arbeitsunfällen
    Hat man keine Lust auf den eigenen Job, sinkt die Sorgfalt und Konzentration, was leicht zu Arbeitsunfällen führen kann.
  • Glückliche Mitarbeiter  = Glückliche Kunden = Höhere Verkäufe = Mehr Profit = Mehr Möglichkeiten Mitarbeiter glücklich zu machen (Vergünstigungen, Schulungen etc. ) – So schließt sich der Kreis.
  • Positive Effekte für Ihre Marke, wenn Ihr Mitarbeiter gut über Ihr Unternehmen spricht
  • Glückliche Menschen arbeiten besser im Team
    Zwischenmenschliche  Beziehungen auf der Arbeit sind nicht zu unterschätzen und jeder umgibt sich gern mit glücklichen Menschen. Demzufolge verbessert sich die Teamarbeit unter den Kollegen, wird die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht.
  • Sie strahlen Optimismus & Energie aus
    Ist jemand glücklich, bemerkt man das in der Regel recht schnell im Gespräch oder einfach an der Aura, die diesen Menschen umgibt. Mehr Energie und der Optimismus ist zu spüren – das dann auch an den Arbeitsergebnissen.

Wer kann Arbeitsglück haben?

Lassen Sie uns Arbeitnehmer in drei Gruppen einteilen: diejenigen, die ihren Job als nur das ansehen – einen Weg Geld zu verdienen, diejenigen, die sich eine Karriere erhoffen und die, die in ihre Beruf zu einer Berufung gemacht haben.

Letztere sehen einen Sinn in ihrer Tätigkeit, der nicht nur finanziell motiviert ist und finden Erfüllung. Hierbei ist es nicht wichtig, was der Job ist und ob dieser viel Wissen und besondere Bildung erfordert. Auch hochbezahlte und hochstudierte Menschen können das was sie täglich tun, lediglich als einen Job ansehen.

Es wird niemanden überraschen zu hören, dass die Angestellten, die sich zu einer Tätigkeit berufen fühlen, glücklicher sind als diejenigen, die diese lediglich des Geldes wegen oder um auf der Karriereleiter aufzusteigen, ausüben.

In welche Gruppe sich jeder Arbeitnehmer einordnet, ist ihm selbst überlassen, kann aber von der Führungskraft durchaus beeinflusst werden. Prinzipiell kann jeder Arbeitsglück empfinden, egal was er oder sie macht.

Wie Sie Ihren Mitarbeitern zu mehr Arbeitsglück verhelfen können

Ergebnisse und Beziehungen
Für Arbeitsglück gibt es meiner Ansicht nach, genau zwei Treiber: Ergebnisse und Beziehungen, wobei sich hinter diesen aber mehr verbirgt als vielleicht vermutet.

„Beziehungen“ meint in diesem Fall nicht nur, dass man mit dem Kollegen gern mal nach der Arbeit ein Bierchen trinken geht. Klar, es ist äußerst wichtig für Arbeitsglück, wenn man sich gut mit den Kollegen versteht, ein Späßchen machen kann und eine gute Zeit zusammen hat. Aber auch wie sich der Mitarbeiter selbst sieht, ist nicht zu unterschätzen. Nur wenn man auf Arbeit man selbst sein kann, überwiegend positiv denkt und sich wohlfühlt, kann auch die Grundlage für Arbeitsglück geschaffen werden.

Bieten Sie Ihren Angestellten Wege sich weiterzuentwickeln, zu Lernen und ihren Karriere-Pfad offen mit Ihnen zu kommunizieren? Meint Ihr Mitarbeiter, seine Arbeit hätte einen Sinn und loben Sie, wenn etwas gut lief? Prima, dann ebnen Sie nicht nur den Weg für bessere Arbeitsergebnisse sondern auch für Mitarbeiterzufriedenheit. 

Vor allem der Punkt der Sinnhaftigkeit ist nicht zu unterschätzen, denn das ist doch irgendwie wonach wir alle streben.

Sinnhaftigkeit

Wenn wir anderen helfen, Teil einer Gemeinschaft sind und über uns selbst hinauswachsen können, fühlt sich das für viele nach etwas „Sinnhaftem“ an. In den meisten von uns ist dieses Streben nach Erfüllung verankert und motiviert dazu weiterzumachen, unser Bestes zu geben oder Dinge zu verändern.

Vor allem im Arbeitsleben kann es manchmal an dieser Sinnhaftigkeit mangeln. So empfinden es viele zumindest. Nicht jede Aufgabe ist super-spannend, manchmal müssen einfach die 55 Seiten kopiert und die Blumen gegossen werden. So ist das einfach.

Ihre Herausforderung ist es als Führungskraft, Ihren Mitarbeitern zu zeigen, wie auch die kleinen, nicht-so-spaßigen Tätigkeiten zu einem gemeinsamen Unternehmensziel beitragen. Wird am Morgen kein Kaffee gekocht, so beeinflusst das sicher die Stimmung so einiger, was wiederum Arbeitsergebnisse verschlechtern kann. Auch die Aufgabe des Kaffee-kochens trägt so zur Zielerreichung bei.

Was kann ich als Führungskraft zum Arbeitsglück meines Mitarbeiters beitragen?

Konzepte zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit kennen Sie als Führungskraft sicher. Vielleicht haben Sie es selbst schon mit Umstrukturierungen oder Boni versucht und es hat sich nicht allzu viel verändert?

Zuallererst ist es wichtig, dass Sie als Führungskraft selbst glücklich mit dem sind, was Sie machen. Haben Sie selbst schon einmal mit einem unglücklichem Manager arbeiten müssen? Ja, dann wissen Sie ja, wie sehr dies auch an Ihrer eigenen Motivation zehren kann.

Für alle, die in HR arbeiten und mit der Auswahl beziehungsweise der Beförderung neuer Führungskräfte beauftragt sind: Wählen Sie die Person, von der Sie denken, dass sie ein Team glücklicher machen kann. Kann er oder sie dies dann erfüllen, werden Sie sehen, wie die Produktivität und Kreativität unter den Mitarbeitern steigt.

Glück selbst kann nicht wirklich antrainiert werden. Kleine Gesten, Worte oder Dinge, die man tun kann, um selbst glücklicher zu werden oder dieses Gefühl in anderen hervorzurufen allerdings schon. Begrüßen Sie Ihre Angestellten am Morgen. Schauen Sie diese hierbei direkt an, stellen Sie eine Frage: „ Guten Morgen, wie geht es Ihnen heute?“. Nehmen Sie sich Zeit, loben Sie, stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter wissen, dass Sie immer für Rückfragen zur Verfügung stehen. Seien Sie für Ihre Kollegen da!

Erinnern Sie sich, wie wir sagten „Beziehungen“ sei einer der Treiber für Arbeitsglück? Sie gehören dazu. So schwer es Ihnen an manchen Tagen fallen mag: Sie können Ihre Mitarbeiter nur glücklich machen, wenn Sie gut mit Menschen „können“.

Fazit:

Arbeitsglück ist meiner Meinung nach die Priorität, das Eine wonach jeder in seinem Arbeitsleben streben sollte. Sind Sie Führungskraft, stellen Sie sicher, dass Sie glücklich mit dem sind, was Sie machen. Finden Sie dann auch Wege die MitarbeiterGLÜCKLICHKEIT zu steigern, das beginnt mit Mitarbeiterzufriedenheit, endet aber dort noch nicht. 

Tags: Mitarbeiterbindung // Mitarbeiterzufriedenheit //
 
 
 
 

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