Mitarbeiterbefragung

Mitbestimmung, Engagement und Zufriedenheit für den Unternehmenserfolg

Leitfaden für eine erfolgreiche Mitarbeiterbefragung

Die verantwortlichen Parteien ausführende, unterstützende, unterzeichnende und/oder kommunikative Funktionen, die je nach Phase mehr oder weniger Aufwand bedeuten.

Die Zieldefinition ist die erfolgskritischste aller Phasen. Das Ziel der Befragung soll klar definiert werden. Alle Beteiligten sprechen ihr Commitment aus.

In der Vorbereitungsphase ist Kommunikation das A und O. Unterschiedliche Interessen müssen auf einen Nenner gebracht werden. Für Bekanntheit und Attraktivität der Befragung sollte eine Marketingkampagne entwickelt werden.

In der Durchführungsphase ist ein möglichst reibungsloser Ablauf das Ziel. Hierbei hilft die Umsetzung der Marketingkampagne sowie die Bereitstellung von Anlaufstellen für potenzielle Komplikationen.

Nach der Datenanalyse sind die Herausforderungen benutzerfreundliche Reports, richtige Schulssfolgerung ziehen und Entwicklung von Maßnahmen

Aufgaben für Verantwortliche je Phase

Aufgabe pro Verantwortliche und Phase

Zieldefinition der Mitarbeiterbefragung

Phase 1. Ein gemeinsames Ziel der Mitarbeiterbefragung definieren und sich seiner Rolle verpflichten


Mit einem gemeinsamen Ziel...

  • können Diskussionspunkte bereits im Voraus beantwortet werden.
  • ist vorgegeben, aus welchem Gesichtspunkt die Ergebnisse betrachtet werden sollten.
  • sind Vernatwortlichkeiten klar verteilt.
Mitarbeiterbefragung; Regelkreis zur Vertrauensbindung - HRpuls

Verantwortliche und Dauer

Geschäftsführung/Vorstand

Erteilt Freigabe für Maßnahmen und Inhalte

Führungskraft

erkennt Badarf; erteilt Freigaben für Maßnahme und Inhalte

Personalabteilung

erkennt Bedarf; beteiligt an Festlegung der Ziele

Betriebsrat

erteilt Freigabe für Maßnahme und Inhalte

ggf. Dienstleister

unterstützt bei Konflikten; berät in der Zielfindung

access_time

4 bis 8 Wochen

Anlässe für eine Mitarbeiterbefragung

Eine Führungskraft stellt fest, dass nach einer Umstrukturierung die Fluktuationsrate in bestimmten Bereichen angestiegen ist.

Der Gesetzgeber verlangt eine Gefährdungsbeurteilung. Das Unternehmen ist dazu angehalten, Gefahren und Belastungen für Mitarbeiter zu ermitteln. 

Der Betriebsrat erhält zunehmend Beschwerden von Mitarbeitern, die unzufrieden mit der Schichtregelung sind.

Die Abteilung HR möchte im Rahmen der Führungskräfteentwicklung Feedback der Mitarbeiter bezüglich der Führungskompetenzen im Unternehmen einholen.

Alle Verantwortlichen definieren ihre Ziele

Die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung hängt von unterschiedlichen, oft gegensätzlichen Interessen ab. Bevor diese Interessen zu einem gemeinsamen Ziel der Mitarbeiterbefragung werden, müssen alle Verantwortlichen für sich die Ziele definieren. Nicht immer gelingt es allen Wünschen und Vorstellungen gerecht zu werden. In diesen Fällen können strukturierte Methoden zur Lösung von Konflikten helfen, um sich erfolgreich einig zu werden.
Mehr erfahren zum Thema Konfliktlösung bei der Zielfindung

FÜHRUNGSKRAFT
Entwicklung der Abteilung und möglichst gute Ergebnisse für sich selbst erzielen

PERSONALABTEILUNG
Eigene Aufgabenfelder verwirklichen und alle Parteien zufriedenstellen

VORSTAND
Maximale Erreichung der Unternehmensziele

BETRIEBSRAT
Mitarbeiter schützen und Gewährung höchster Anonymität

Vorbereitung der Mitarbeiterbefragung

Phase 2. Ergebnisse der Zielvereinbarung realisieren


Bei gelungener Zielvereinbarung sind die Handlungsschritte für die Vorbereitungsphase bereits vorgegeben. Aufgaben sind...

  • Fragebogenerstellung
  • Kommunikationsstrategie
  • Bestimmung der Datenschutzrichtlinien und Anonymitätsgrenzen
  • Technische Einbindung
  • Testdurchlauf mit Protoyp
Verantwortliche und Dauer

Geschäftsführung/Vorstand

Erteilt Freigabe für Maßnahmen und Inhalte

Führungskraft

Erteilt Freigabe für Maßnahmen und Inhalte

Personalabteilung

Konzeption; Prozesssteuerung; Kommunikation

Betriebsrat

Erteilt Freigabe für Maßnahmen und Inhalte

ggf. Interne Kommunikation

Konzeption einer Kommunikationsstrategie

ggf. Dienstleister

Konzeption, technische Möglichkeiten, Kommunikation

access_time

1 bis 8 Wochen

Fragebogen erstellen

Inhalt
Für eine Befragung müssen Fragen generiert werden. Die Qualität der Inhalte zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass das Thema, um das es sich dreht, veränderbar ist. Aus den definierten Zielen ...
MEHR

Umfang
Der Umfang einer Mitarbeiterbefragung richtet sich nach den vorher definierten Zielen und Inhalten. Grundsätzlich gilt es, den Fragebogen so kurz wie möglich zu gestalten. Bei geringerem Aufwand für die Mitarbeiter ist die Akzeptanz größer und die Beteiligungsquote steigt.
Mehr zum Thema Puls Check und Puls Befragung

Format
Der Fragebogen gilt als Mittel der Wahl für eine Mitarbeiterbefragung. Es muss entschieden werden, ob die Befragung als Paper-Pencil-Version ausgegeben wird, ob sie online stattfindet oder ob beide Formate zur Verfügung stehen sollen. Paper-Pencil sollte zur Verfügung stehen, wenn nicht jeder Mitarbeiter Zugang zum Internet hat. Im Zeitalter der Digitalisierung sind Onlineumfragen eine effiziente Lösung. Zudem bringt eine Mitarbeiterbefragung via Smartphone, PC, Laptop oder Tablett zahlreiche Vorteile mit sich.

sofortige Verfügbarkeit der Daten

Zeit- und Kostenersparnisse (Papier, Porto, Postversand)

anonym und randomisiert

große Reichweite (orts- und Zeitunabhängigkeit)

Fortschritt und Rücklauf live beobachten

Längsschnittanalysen einfach möglich

große Reichweite (orts- und Zeitunabhängigkeit)

automatische Fehlerkorrektur oder Sicherung der Vollständigkeit

vielfältige Analysemöglichkeiten

hohe Qualität

schnelle Anpassung des Fragebogens möglich

Gamification – Durch Aufbau und Design macht die Teilnahme Spaß

Rahmenbedingungen festlegen

Zielgruppe
In Abhängigkeit der Zielsetzung muss entschieden werden, ob die gesamte Belegschaft befragt werden soll, ob sie sich an einen bestimmten Fachbereich oder eine bestimmte Hierarchiestufe richtet. Um Aussagen für die gesamte Belegschaft treffen zu können, sollte entweder eine Vollbefragung stattfinden oder eine repräsentative Stichprobe befragt werden.

Zeit
Der Zeitpunkt einer Befragung sollte gut überlegt sein. Urlaubszeiten, Feiertage und besonders arbeitsintensive „heiße Phasen“ bedeuten eher ungünstige Zeiten für eine hohe Beteiligungsquote. Weiter muss der Mitarbeiter wissen, bis wann eine Teilnahme möglich ist und wie groß der Aufwand in etwa sein wird. Es kann auch überlegt werden, ob eine Befragung rollierend stattfinden soll, sodass Entwicklung messbar gemacht werden kann.

Datenschutz und Anonymität
Zur Wahrung der Anonymität und des Datenschutzes muss ein Konzept entwickelt werden. Zu entscheiden ist hierbei, welche Personen oder Personengruppen zu welchem Zeitpunkt welche Daten einsehen dürfen. Die Freigabe des Konzepts sollte durch den Betriebsrat und Datenschutzverantwortliche erfolgen.

Weitere Tipps und Vorlagen zum Thema Fragebogenkonstruktion

Kommunikationsstrategie und -mittel definieren

Der Erfolg einer Mitarbeiterbefragung bemisst sich an der Beteiligungsquote. Beteiligen kann sich jedoch nur, wer von der Befragung weiß. Das Ziel ist eine Beteiligungsquote von 100%!

Die Abteilung für interne Kommunikation oder die Marketingabteilung sind mit ihrer Expertise Ansprechpartner, um ein effizientes Konzept für die Bekanntmachung der Mitarbeiterbefragung zu entwickeln. Im Fokus sollten das Ziel der Befragung und praktische Informationen (z. B. Teilnahmemöglichkeiten) stehen. Es empfiehlt sich, zur Verbreitung der Kampagne möglichst viele Kanäle einzusetzen.

Die Erstellung einer Werbestrategie für die Mitarbeiterbefragung ist unabhängig von allen anderen Entscheidungsprozessen. Die Vorbereitung kann unmittelbar starten.

Bereitstellung personenbezogener Daten

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Informationen über die Organisationsstruktur bilden die Grundlage für die Berechtigungsstruktur (Befugnis, gewisse Daten zu sehen, zu bearbeiten oder zu Löschen)

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E-Mail Adressen oder Postanschriften werden benötigt, um den Mitarbeiter zu Informiern und ihm so die Möglichkeit zu geben, an der Befragung teilzunehmen.

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Für eine aussagekräftige Datenanalyse werden Informationen benötigt, die Auskunft über die Zielgruppe des Teilnehmenden geben.
 

Technische Umsetzung

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Variante I - Personaldaten sind in klassischen Akten sortiert: es wird eine Excel-Liste der zu befragenden Mitarbeiter und zugehörige Abteilung, Vorsitzende, usw. erstellt.

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Variante II - Das Unternehmen arbeitet mit einem Personalmanagementsystem: Relevante Daten können in Excel exportiert werden.

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Variante III - Das Personalmanagementsystem besitzt eine Applikationsprogrammschnittstelle (API) So können zwei Programme miteinander verbunden werden, um einen direkten Zugriff auf die Daten zu ermöglichen.

Prototypen testen

Wenn der Fragebogen erstellt, Entscheidungen zu Rahmenbedingungen getroffen und Personaldaten nutzbar gemacht worden sind kann die Mitarbeiterbefragung als Prototyp getestet werden. Getestet werden kann, ob Einladungen wie geplant per Mail verschickt, empfangen und geöffnet werden können. Mehrere Personen mit verschiedenen Rollen (Referent, Führungskraft, Praktikant, etc.) sollten den Prototypen testen. So können kleine und grobe inhaltliche und strukturell bedingte Fehler entdeckt und anschließend korrigiert werden. So wird sichergegangen, dass jeder Mitarbeiter an einer optimal konzipierten und technisch fehlerfreien Befragung teilnehmen kann.

Teilnahmequote bei Mitarbeiterbefragungen erhöhen

WEISEN SIE BETEILIGTE EINHEITLICH EIN UND ERLÄUTERN SIE DEN SINN DER ERHEBUNG

Weisen Sie alle, die Teilnehmer zur Erhebung einladen, einheitlich und strukturiert ein. Dazu gehört der Ablauf (wann wird wer über welchen Kommunikationskanal eingeladen) und die Erklärung der Hintergründe (welches Ziel wird mit der Erhebung verfolgt, was wäre das optimale Ergebnis, welche Risiken gibt es, wenn nicht erhoben wird?)

STIFTEN SIE NUTZEN FÜR DEN TEILNEHMER

Sie möchten etwas vom Befragten – geben Sie ihm doch auch etwas zurück. Das kann materiell sein (Spende pro Teilnahme, Verlosung eines Preises unter allen Teilnehmern) oder nicht materiell (z.B. Zugang zu Informationen, Bereitstellung der Befragungsergebnisse).

LADEN SIE DIE TEILNEHMER PERSÖNLICH EIN UND MACHEN SIE DEUTLICH, DASS IHNEN IHRE TEILNAHME WICHTIG IST

Gedruckte Kommunikationsmittel können persönlich übergeben werden. Bei der Übergabe kann dem Teilnehmer der Sinn der Befragung verdeutlicht werden sowie betont werden, dass auf seine Meinung Wert gelegt wird.

NUTZEN SIE VERSCHIEDENE KANÄLE ZUR EINLADUNG DER TEILNEHMER

Eine kurze Erinnerung an die Befragung kann die Teilnahmequote deutlich erhöhen. Insbesondere, wenn verschiedene Kanäle genutzt werden. Bewährt haben sich bei den Kunden von HRpuls folgende Kanäle:

  • Einladung im Rahmen einer Veranstaltung, Einblendung des Links und des QR-Codes in einer Präsentation (z.B. am Ende einer Schulung, bei einer Mitarbeiterversammlung).
  • Einladung mittels gedruckter Kommunikationsmittel, z.B. im Visitenkartenformat. Die Karten bzw. Flyer können persönlich übergeben werden oder postalisch versandt werden, z.B. mit der Entgeltabrechnung.
  • Versandt von SMS an die Beteiligten vom PC über Webdienste
  • Einladung via E-Mail

AUTOMATISIEREN SIE DIE EINLADUNG DER TEILNEHMER

Nicht nur eine einheitliche Einladung im Sinne der Corporate Communication wirkt sich positiv auf die Teilnahmequote aus. Auch die Automatisierung der Einladung durch eine Anbindung an ein Datenmanagementsystem (z.B. an das ERP-System) steigert die Teilnahmequote. Um die Teilnehmer dennoch individuell einladen zu können, bewährten sich unterschiedliche, auswählbare Einladungstexte.

Interview mit Prof. Ralf Lanwehr

Beteiligungsquote bei einer Mitarbeiterbefragung erhöhen

Die Beteiligungsquote bei einer Mitarbeiterbefragung ist ein Indikator für die Kommunikationskultur und die Aussagekraft der Ergebnisse. Welche Möglichkeiten gibt es, die Beteiligung dauerhaft zu erhöhen? ...

 

Die ganze Antwort anzeigen


Prof Ralf Lanwehr: Einerseits kann man die Mitarbeiter da abholen, wo sie gerade sind. Das heißt Umfragen per App funktionieren, Umfragen, die sinnvoll gestellt sind, die zum sinnvollen Zeitpunkt kommen. Aber nach meiner Erfahrung ist die Kommunikation der Maßnahmen, die aufgrund der Befragung getroffen werden, der entscheidendere Hebel. Ich beobachte das immer wieder.

Es gibt zwei Arten von Firmen: Bei den einen füllen die Mitarbeiter mit großer Begeisterung die Fragebögen aus. Bei den anderen gibt es sehr hohen Widerstand. Das liegt daran, dass die Geschäftsführung solche Daten nur erhebt, damit sie die Daten mal sieht. Aber es erfolgt nichts daraus. Zumindest nichts, das sichtbar wäre oder vernünftig kommuniziert wird. Dann verlieren die Mitarbeiter spätestens beim dritten Mal die Lust und kreuzen nicht mehr an.

Die erstgenannten Firmen haben eine sehr klare Strategie, wie mit den erhobenen Daten umzugehen ist. Es gibt ein Modell von Teresa Amabile, wo sie für radikale Produktinnovationen Folgendes nachweist: Es geht nicht nur um Ideengenerierung – dafür wäre schon der Fragebogen ein Tool – sondern die Ideenimplementierung ist genauso wichtig. Wir müssen also Strukturen und Prozesse haben, wie wir hinterher die Ideen einbinden. Das muss über ein paar Workshops hinausgehen, es muss integriert werden in die Gesamtstrategie.

Es gibt ein paar sehr positive Beispiele für Mitarbeiterbefragungen.

Die Hilton-Hotelkette macht das großartig. Die Beteiligungsquote liegt bei 90-95%, weil die Mitarbeiter sehen, dass anschließend etwas passiert.

In Deutschland ist die Firma O2 sehr stark. Dort existiert ein Konzept, das sich Circle of Voice nennt. Dabei werden ganz gezielt Mitarbeiter in die Veränderungsvorschläge eingebunden, es werden Vorstände einbezogen und es gibt ein eigenes Budget, das verwaltet werden kann. Solche Mechanismen braucht man, dann füllen die Mitarbeiter die Fragebögen auch aus. Wenn die Fragebögen nur für die Geschäftsführung ausgefüllt werden, oder im geheimen ausgewertet werden, dann werden die Mitarbeiter die Lust daran mit Sicherheit verlieren – und ich kann es verstehen.

Beteiligungsquote bei Mitarbeiterbefragungen erhöhen // HRpuls Interview mit Prof. Dr. Ralf Lanwehr
Die Beteiligungsquote bei einer Mitarbeiterbefragung ist ein Indikator für die Kommunikationskultur und die Aussagekraft der Ergebnisse. Welche Möglichkeiten gibt es, die Beteiligung dauerhaft zu erhö...

Durchführung der Mitarbeiterbefragung

Phase 3. Mitarbeiter aufklären, einladen und unterstützen

Aufgaben sind...

  • Umsetzung der Marketingstrategie
  • Versand der Einladungen für die Teilnahme
  • Bereitstellung eines technischen und eines fachlichen Supports
  • Überwachung des Erfolgs durch Führungskräfte und Projektverantwortliche
  • ggf. Einleitung von Maßnahmen bei Problemen (z. B. niedrige Beteiligungsquote)
Mitarbeiterbefragung; Regelkreis zur Vertrauensbindung - HRpuls

Verantwortliche und Dauer

Geschäftsführung/Vorstand

Vermittelt Bedeutsamkeit und motiviert zur Teilnahme

Führungskraft

Vermittelt Bedeutsamkeit und motiviert Mitarbeiter zur Teilnahme; Erfolgskontrolle

Personalabteilung

Einladungsmanagement; Erfolgskontrolle; vermittelt zu technischen/fachlichen Fragen

ggf. Interne Kommunikation

Umsetzung der Kommunikationsstrategie zur Steigerung der Beteiligungsquote

Mitarbeiter

Teilnahme an der Befragung

ggf. Dienstleister

unterstützt bei Einladungsmanagement, Erfolgskontrolle, Support

access_time

2 bis 4 Woche

Kommunikationsstrategie und -mittel einsetzen

Die in der Durchführungsphase entwickelten Kommunikationsmittel kommen nun zum Einsatz. Die Mitarbeiterbefragung läuft unter einem Motto oder Titel. Sie sollte nicht nur auf darauf reduziert werden, sondern auch eine Botschaft vermitteln. Durch gezielt frequentierte Präsenz durch Mails, Intranetbeitrag, Flyer, Plakate und durch positive Mund-zu-Mund-Propaganda erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mitarbeiter an der Befragung teilnimmt.

Einladungen zur Teilnahme an der Mitarbeiterbefragung versenden

An Tag 1 der Durchführungsphase erhalten alle Mitarbeiter per Mail (bei Online-Befragungen) einen individualisierten Link mittels dessen sie an der Befragung teilnehmen können. Auf der ersten Seite findet der Mitarbeiter das Anschreiben. Der Mitarbeiter sollte freundlich empfangen und neugierig gemacht werden.

Zweck und Bedeutung sollten durch die erfolgreich umgesetzte Kommunikationsstrategie bereits bekannt sein, sodass diese im Anschreiben nur noch kurz Erwähnung finden muss.
Der Mitarbeiter sollte darüber informiert werden, wie der Aufbau des Fragebogens gestaltet ist, wie lange seine Beantwortung in etwa dauert und bis zu welchem Datum die Teilnahme möglich ist.
Für Rückfragen sollte ein Support im Anschreiben erwähnt sein.

Überwachung der Beteiligungsquoten während der Mitarbeiterbefragung

Idealerweise prüft die Führungskraft selbst, wie erfolgreich eine Mitarbeiterbefragung verläuft. In der Realität wird diese Aufgabe meist an HR oder einzelne Projektverantwortliche abgegeben. Der Erfolg einer Mitarbeiterbefragung wird an der Beteiligungsquote gemessen. Bei einer Quote von 50% spricht man von einer guten, bei 80% von einer sehr guten Beteiligung. Nach einer erfolgreichen internen Werbekampagne für die Mitarbeiterbefragung, sollte die Beteiligungsquote ohne weitere Maßnahmen sehr hoch sein.

Maßnahmen zur Erhöhung der Beteiligungsquote

  • Erinnerung: Ein Mail-Reminder. Gleichzeitig könnte über den aktuellen Stand der Beteiligung informiert werden
  • Rundeschreiben durch Vorgesetzte: Aufruf, an den Zielen der Mitarbeiterbefragung mitzuwirken
  • Benchmarks: Vergleich der Beteiligungsquoten verschiedener Abteilungen. Bei besonders niedrigen Quoten werden Führungskraft aufgefordert, eine höhere Beteiligung zu erreichen

hearing Support für technische und inhaltliche Fragen

Während der Befragungsphase, sollten folgende Instanzen zur Verfügung stehen:
  • technischer Support
  • fachlicher Support
  • Controlling

Damit ist gewährleistet, dass Hürden seitens der Teilnehmer schnell beseitigt werden können. Weiterhin ist die Kontrolle der Beteiligungsquote relevant, um den Erfolg der Mitarbeiterbefragung zu messen und zum richtigen Zeitpunkt weitere Maßnahmen zu ergreifen

INTERVIEW MIT BETTINA HÖRMANN

Teilnahme einfach ermöglichen

„Ich kenne leider wenige Unternehmen, die von sich sagen können, wir haben eine sehr gute, offene Feedback-Kultur. Das wichtigste Anliegen der Mitarbeiter ist immer, dass die Befragung anonym ist. Jeder Mitarbeiter erhält per E-Mail einen individualisierten Link zum Puls Check. Die Mitarbeiter können über PC, Tablet oder Smartphone teilnehmen, da die Software sich der Displaygröße automatisch anpasst. Das ist wichtig um die Mitarbeiter dort zu erreichen, wo sie sich gerade befinden. Durch Gamification und interaktive Elemente wird der Spaßfaktor erhöht. So werden Beteiligungsquoten von mehr als 90 Prozent erreicht.

Ein klares Zeichen, dass wir damit am Puls der Zeit sind.“

Beschäftigte zu einer Mitarbeiterbefragung einladen und Teilnahme einfach ermöglichen // HRpuls Interview mit bettina Hörmann

Maßnahmen nach der Mitarbeiterbefragung

Phase 4. Benutzerfreundliche Reports und konkrete Maßnahmen ableiten

Ziel der Datenanalyse ist es, die Kernaussage zu verstehen, den Status Quo abzubilden, Handlungsfelder zu identifizieren.

Aufgaben sind folglich:

  • Maßnahmen entwickeln
  • Ergebnis-Berichterstattung
  • Maßnahmen umsetzen
  • Monitoring
  • Folgebrefragung
Regel Phasen der Mitarbeiterbefragung - HRpuls

Verantwortliche und Dauer

Geschäftsführung/Vorstand

Erteilt Freigaben für Maßnahmen

Führungskraft

Schafft Freiraum für Entwicklung und Implementierung, erteilt Freigaben, kommuniziert Erfolge

Personalabteilung

Unterstützt Auswertung, Maßnahmen und entsprechende Kommunikation.

ggf. Mitarbeiter

Teilweise Beteiligung an Maßnahmenentwicklung und -implementierung

ggf. Interne Kommunikation

Vermittelt Ergebnisse und Konsequenzen

ggf. Dienstleister

Unterstützt Datenanalyse und Ableitung von Maßnahmen

access_time

abhängig von der Maßnahme

Daten auswerten und Ergebnisse darstellen

Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung sind sensible Informationen. Es ist deshalb relevant, dass Mitarbeiter nur diejenigen Informationen erhalten, die sie selbst betreffen, z.B. Gesamtergebnisse und Ergebnisse der eigenen Abteilung oder Gruppe. Außerdem sind die Ergebnisse für Führungskräfte und Mitarbeiter nur hilfreich, wenn die reinen Zahlen-Daten sinnvoll verdichtet und verbalisiert werden können.

Die Ergebnisse können auf unterschiedliche Weise zur Verfügung gestellt werden: Präsentation per E-Mail versenden, Vortrag durch die Führungskraft, Einsehen durch Zugangsadaten und Login, etc.

Regel Phasen der Mitarbeiterbefragung - HRpuls

Maßnahmen erarbeiten und umsetzen

WORKSHOPS
Interne oder externe Trainer bearbeiten die identifizierten Handlungsfelder mit den Mitarbeitern. Kurzfristig zeigen sich schnell Effekte und Sensibilisierung für das betreffende Thema. Langfristig sind die Effekte von Workshops eher gering.

IDEENMANAGEMENT
Mitarbeiter reichen Verbesserungsideen für die identifizierten Handlungsfelder ein. Die durch die Kollegen gewählten besten Ideen kommen zur Umsetzung. Vorteile sind unter anderem eine langfristige Implementierung von Maßnahmen und die Steigerung von Engagement aufseiten der Belegschaft.

TEAMMEETINGS
Teams entwickeln für ihren Bereich geltende Verbesserungsideen und setzen sie innerhalb des Teams um. Vorteil ist, dass die Maßnahmen genau auf die Bedürfnisse einer Abteilung zugeschnitten sind. Nachteilig ist, dass das Potenzial guter Ideen nicht allgemein nutzbar wird.

ERFOLGSMESSUNG
Nach einer gewissen Zeit kann wiederholt dieselbe Mitarbeiterbefragung durchgeführt werden. So erhält man Vergleichswerte und kann prüfen, ob die Maßnahmen zu Verbesserungen geführt haben. Die Mitarbeiterbefragung selbst wird damit zur Maßnahme.

Mehr Wissenswertes zum Thema Mitarbeiterbefragung

Mitarbeiterbefragung 2.0 - Puls Checks

Der Puls Check, auch Puls Befragung, ist eine Mitarbeiterbefragung in der Form eines kurzen und fokussierten Fragebogens, mit dem auch weitreichende Themen behandelt werden können. Regelmäßige Puls Checks erfassen die Stimmung der Belegschaft im Rahmen von Veränderungsprozessen. Ergebnisberichte in Echtzeit ermöglichen konkrete Impulse für Verbesserungsmaßnahmen.

Unternehmen können umfangreiche Mitarbeiterbefragungen mit den prägnanten und ressourcenschonenden Puls Checks kombinieren oder eine Strategie nur mit Puls Checks entwickeln.

Mehr zum Thema Puls Checks

Mitarbeiterbefragungen 2.0 können die Leistungsfähigkeit einer Organisation ermitteln

Die Mitarbeiterbefragung galt bislang als klassisches Instrument, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu messen. Über eine Mitarbeiterbefragung soll zukünftig auch die Leistungsfähigkeit der Organisation, der Stand von Veränderungen, der Erfolg von Initiativen und die Ursachen von Fluktuation ergründet werden. Die Mitarbeiterbefragung entwickelt sich damit zu einem relevanten Controlling. Eine stärkere Fokussierung auf geschäftsrelevante Zahlen könnte der Mitarbeiterbefragung insgesamt einen neuen Impuls geben. Spezielle Herausforderungen wie die Auswertung der Daten und deren Verknüpfung mit anderen Kennzahlen stehen allerdings erst am Anfang der Diskussion.

Regel Phasen der Mitarbeiterbefragung - HRpuls

Mitarbeiterbefragung und Führung

Leistungsbereite, zufriedene und loyale Mitarbeiter wünschen sich alle Arbeitgeber. Leider ist solch ein uneingeschränktes Commitment in der Praxis selten. Führung ist deshalb der spannendste Aspekt der Mitarbeiterbefragung. Ab wann Handlungsbedarf entsteht, sollte bereits bei der Konzeption der Mitarbeiterbefragung festgelegt werden. Anschließende Maßnahmen lassen sich in Teams entwickeln und gemeinsam umsetzen. So entsteht Vertrauen in die Mitarbeiterbefragung. Mitarbeiter erhalten Wertschätzung und identifizieren sich stärker mit ihrem Arbeitgeber.

Mitarbeiterbefragung; Regelkreis zur Vertrauensbindung - HRpuls

Funktionen der Mitarbeiterbefragung

Je nachdem, wann und mit welchem Ziel eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt wird, kann sie unterschiedliche Funktionen einnehmen.

Die Mitarbeiterbefragung als…

  • Analyse: Erfassung eines Zustands vor einer Maßnahme
  • Evaluation: Erfassung eines Zustands nach einer Maßnahme.
  • Kontrolle: Anwendung während Maßnahmen
  • Intervention: Kommunikation anregen, Themen reflektieren, Werte und Visionen vermitteln
Mitarbeiterbefragung; Regelkreis zur Vertrauensbindung - HRpuls
5/5 Sterne (60 Stimmen)